Ayurveda – die 6 Geschmacksrichtungen

Kennen sie das Gefühl, dass sie zwar ausreichend gegessen haben, aber nach der Mahlzeit irgendwie finden: Da fehlt noch was? Oft folgt auf eine unausgewogene Mahlzeit der Griff in die Naschbox.

Ob eine Mahlzeit gut sättigt, ist nicht bloss vom Nährwert und von der Menge abhängig, sondern auch vom Geschmack. Eine erfüllende Mahlzeit enthält immer alle Geschmacksrichtungen. Gemäss der ayurvedischen Lehre, dem Jahrtausende alten Wissen aus Indien, gibt es sechs Geschmacksrichtungen. 

  • Süss
    Getreide, süsse Gemüse und Früchte, Fleisch, Milch, Rahm, Süssmittel
  • Sauer
    Essig, Zitrone, saure Früchte, Joghurt, Tomate
  • Salzig
    Steinsalz, Meersalz, Sojasauce
  • Scharf
    Pfeffer, Chili, Ingwer, Meerrettich, Rettich, Zwiebel, Knoblauch
  • Bitter
    Blattgemüse, Salat, Gartenkräuter, Kaffee, Bier, Gewürze
  • Zusammenziehend
    Hülsenfrüchte, Kohl, Kurkuma, Salbei, Rucola, Petersilie, Schwarztee

Jeder gute Koch weiss diese Tatsache für sich zu nutzen. Gibt’s zum Beispiel Eglifilets (süss) mit Salzkartoffeln (süss und salzig) und Blattspinat (bitter) mit einem Schnitz Zitronensaft (sauer), garniert mit Petersilie (bitter und zusammenziehend), ist die Erfüllung garantiert.
Wenn Sie beim Kochen das Gefühl haben, da fehlt noch was, dann lohnt es sich, die sechs Geschmacksrichtungen durchzugehen. 


Die 6 Geschmacksrichtungen

1

Süss

Zur Geschmacksrichtung süss zählen die meisten Nahrungsmittel und die ist bei jeder Mahlzeit automatisch dabei. Aber die süsse Note innerhalb der Mahlzeit bringt oft das gewisse Etwas. Wagen Sie sich die Geschmäcker mutig zu kombinieren. Bitterer Chicoréé mariniert mit Ahornsirup, ein süss-sauer-scharfes Apfelchutney, Salatsauce mit Süsskartoffeln oder die berühmte Prise Zucker in der Tomatensauce. 

2

Sauer

Sauer bringt die Verdauungssäfte ins Fliessen. Grundsätzlich fehlt es uns Schweizern nicht an Saurem. Aber wenn wir keinen Salat mit Essig in der Sauce haben, kann der saure Geschmack schon mal vergessen gehen. Der Spritzer Zitronensaft in der Suppe ist oft das Tüpfelchen auf dem i, eine halbe Tomate im Gemüse oder ein Löffel Naturjoghurt über die Linsen lassen das Frischegefühl aufkommen. 

3

Scharf

Ein bisschen Schärfe regt das Verdauungsfeuer an. Es braucht nicht zu brennen im Mund, aber ein bisschen warm darf es einem schon werden. Mit Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer oder Chili bekommt ihr Gericht Rasse. 

4

Bitter

Die wertvollen Bitterstoffe wurden leider viel zu oft aus Gemüse und Salaten rausgezüchtet. Sie reinigen Blut und Leber. Bitterstoffe finden wir in grünem Blattgemüse, bitteren Salaten, frischen Kräutern und in den meisten Gewürzen. Wer sich damit gar nicht anfreunden kann, hat immer noch die Möglichkeit die Mahlzeit mit einem Bier abzurunden.

5

Herb / Zusammenziehend

Herb ist ähnlich wie bitter, einfach noch ein bisschen stärker. Es macht dieses pelzige und rauhe Gefühl im Mund. Wenn weder Linsen, Kohl noch Rucola auf dem Speiseplan stehen, hilft das goldene Kurkuma weiter

Kurkuma, auch als Gelbwurz bekannt, hat viele Bitterstoffe und ist auch zusammenziehend. Eine Teelöffelspitze geht in jede Mahlzeit und schon ist der herbe Geschmack abgedeckt.

Seien Sie mutig und kreativ in der Küche und kommen Sie auf den Geschmack.


Die Krönung eines Gerichte sind die richtigen Gewürze, die das Essen geschmacklich abrunden. Am Samstag 23. 11.2019 bietet Silvia Niederberger dazu einen Kochkurs "Welt der Gewürze" an. 

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